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Auch Meerforellen müssen mal Mittag essen

dachte ich bei mir. Schnell entschlossen lies ich Arbeit Arbeit sein, fuhr nach Hause, zog 'ne lange Unterhose an, schnappe die immer bereit liegenden Angelsachen und los gings. Ich wollte pünktlich um 12Hundert am Wasser sein. Ich hoffte, einer dieser Überspringer würde meinen Köder als Mittag­essen nehmen. So war jedenfalls mein Plan.

Ich wusste genau, wohin ich musste. Es ist eine Geheimstelle. Dort angekommen kam der Salty in 18g in weiss mit wenigen pinken Kreisen an die Schnur und dann schnell in das klare, ca. 6° warme Wasser. Ich war noch gar nicht richtig warm, da zuppelte gegen 12Hundertzehn irgend etwas sanft am Band.

Na klar habe ich vorsichtig «anschlagen». Joh!!! FISCH! Und ganz schnell kam es zum Drill. Ich merkte sofort, dass es sich nicht um einen Grönländer handelte. Es war anders. Warum aber kein Sprung? Die Meerforelle, ich konnte das grosse Teil jetzt sehen, aalte sich durchs Wasser. Schnur wurde hin und wieder von der Rolle gezogen. Aber nicht ernsthaft. Der Einzelhaken mit angedrücktem Widerhaken sass fest. Da konnte nichts mehr schiefgehen. Es sei denn, der erstmalig verwendete, aber sorgfältig gebundene Allbright Knoten zwischen der Fireline und der vorgeschalteten Stroft 0,22mm würde nicht halten. «Hoffentlich kriege ich die raus», dachte ich. «Das wäre 'ne PRIMA Sache zum Angeben über Weihnachten:-)».

Es war eine gut genährte Meerforelle, drei silbrige Schuppen fielen ab. Der Rücken war dunkel verfärbt und ich konnte den Laichhaken deutlich erkennen. Der Fisch war ca. 60cm lang und wog vielleichjt 3kg. Der grösste Fisch, den ich BISHER je an der Ostsee gesehen hatte und der grösste Fisch, den ich BISHER selbst in meinem ganzen Leben gefangen hatte, schwimmt wieder.

Ohne Orientierungsschwierigkeiten ist der Fisch kraftvoll weiter zur Suche seines Mittagessens geschwommen.

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